Lehrpreis für Madlen Geidel und Dr. Max Tretter

von links nach rechts: Prof. Dr. Giovanni Maltese, Dr. Max Tretter, Madlen Geidel

Lehrpreis der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie für Madlen Geidel und Dr. Max Tretter

Herr Prof. Dr. Giovanni Maltese verlieh als Studiendekan des Fachbereichs Theologie Frau Madlen Geidel (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Medienkommunikation, Medienethik und Digitale Theologie) und Herrn Dr. Max Tretter (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)) den Lehrpreis der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie der FAU für die Lehrveranstaltung Experimental Expanded Reality Ethics.

Die Laudatio von Herrn Prof. Dr. Giovanni Maltese finden Sie hier.

Sehr geehrte Kolleg:innen, liebe Studierende,

stellen Sie sich vor, Sie setzen eine Virtual Reality-Brille auf.
Plötzlich stehen Sie nicht mehr in einem Seminarraum der FAU, sondern bewegen sich durch eine zerstörte ukrainische Stadt oder tauchen anderweitig in eine virtuelle Welt ein, die Ihnen verspricht, die Erfahrungen anderer Menschen unmittelbar nachvollziehbar zu machen.
Etwa wie es sich anfühlt, Alltagsrassismus ausgesetzt zu sein.
Was bedeutet eine solche Erfahrung? Führt sie tatsächlich zu mehr Verständnis, Empathie und moralischer Sensibilität – oder wirft sie gerade deshalb neue ethische Fragen auf? – etwa im Zusammenhang mit Berichterstattung, oder gar emotionaler Manipulation.

Genau diesen Fragen widmete sich die Lehrveranstaltung, „Experimental Expanded Reality Ethics“, die wir heute auszeichnen.

Liebe Preisträgerin Frau Geidel, lieber Preisträger Herr Dr. Tretter,
Liebe Madlen, lieber Max,

Euer Seminar, hat in herausragender Weise gezeigt, wie es möglich ist, gesellschaftlich hochaktuelle Entwicklungen innovativ aufzugreifen, Studierende aktiv in Forschungsprozesse einzubinden und zugleich neue Formen des wissenschaftlichen Lernens und Kommunizierens zu eröffnen.

Ein erster Grund für die Auszeichnung liegt in der gesellschaftlichen Relevanz des Themas:
Immersive Technologien gewinnen in rasantem Tempo an Bedeutung.
Sie verändern Journalismus, Unterhaltung, öffentliche Kommunikation – und Bildung.
Gesellschaftliche Debatten über Chancen und Risiken dieser Technologien stehen noch am Anfang.
Das Seminar schuf einen Raum, in dem Studierende die zentralen ethischen, epistemischen und politischen Herausforderungen dieser Entwicklungen analysieren und einordnen konnten – ein Thema, das die zukünftige Gestaltung digitaler Öffentlichkeiten maßgeblich prägen dürfte.

Ein zweiter Grund liegt in der konsequent interdisziplinären Ausrichtung des Seminars.
Die Veranstaltung entstand aus einer Kooperation zwischen der Systematischen Theologie (Max Tretter) und der Medienethik bzw. digitalen Theologie (Madlen Geidel).
Darüber hinaus wurden Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis eingebunden, die Perspektiven aus Journalismus, Filmproduktion, Technikforschung und Ethik einbrachten.
Ergänzt wurde dies durch eine Exkursion zum XR-Hub der Universität Würzburg.
So entstand eine Lernumgebung, in der diverse fachliche Zugänge nicht nebeneinanderstehen, sondern produktiv miteinander interagieren.
Studierende verschiedener Studiengänge konnten komplexe technologische Entwicklungen multiperspektivisch analysieren und kritisch reflektieren.

Drittens möchte ich die innovative didaktische Konzeption der Lehrveranstaltung hervorheben:
Die Lehrveranstaltung war als vierstufiges, forschungsnahes Lernsetting konzipiert.
Hier wurden praktische Erfahrung, wissenschaftliche Einordnung und kritische Reflexion systematisch mit gesellschaftlichem Transfer inkrementiert.
Besonders hervorheben möchte ich den öffentlichen Charakter des Seminars.
Es mündete in ein Workshopkonzept, das die Studierenden für die Lange Nacht der Wissenschaften erarbeiteten, um die Erkenntnisse des Seminars einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.
Wissenschaftskommunikation blieb damit nicht bloß abstrakt, sondern wurde zum Gegenstand konkreten Lernens.
Die Verbindung von praktischer Erprobung und theoretischer Reflexion wurde von den Studierenden in den Evaluationen als besonders gewinnbringend hervorgehoben und als prägend für ihren Lernerfolg beschrieben.

Damit erfüllt die Lehrveranstaltung Experimental Expanded Reality Ethics alle Qualitätskriterien der Leitlinien für innovative Lehre an der FAU.
Sie belegt eindrucksvoll, wie interdisziplinäre und praxisorientierte Lehre gestaltet werden kann.
Für diese herausragende Leistung verleiht Euch – liebe Madlen, lieber Max – die Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie der FAU den Lehrpreis der Fakultät.
Gratulation zu dieser höchst verdienten Auszeichnung!

26.6.2026 Prof. Dr. Giovanni Maltese, Studiendekan Fachbereich Theologie